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Das Selbstbewusstsein der Kinder stärken, Gefühle äußern und zuhören lernen und zur Ruhe kommen - das sind einige der Ziele des Angebots Starke Kinder!

Starke Kinder! Ein Selbstbehauptungs- und Selbstsicherheitstraining für Kinder

In dem Kurs Starke Kinder! lernen Grundschulkinder, sich selbst und ihre MitschülerInnen besser wahrzunehmen. Sie beschäftigen sich mit Fragen wie „Wie geht’s mir eigentlich gerade?“ oder „Warum ist mein Freund verletzt, nachdem ich dies und das gesagt habe?“ Da immer eine gesamte Klasse an dem Kurs teilnimmt – samt Lehrkraft – handelt es sich ebenso um eine vertrauensbildende Maßnahme. Probleme in der Klasse werden angesprochen und bearbeitet. Dies geschieht zum einen dadurch, dass jedem Teilnehmer die Möglichkeit gegeben wird, anfangs seine Stimmungslage zu beschreiben, zum anderen durch gruppendynamische Spiele.

Durchdachter Aufbau

Sozialpädagogin und HELP-Mitarbeiterin Friederike Visser, die den Kurs konzipiert hat, entscheidet sich zu Beginn entweder für eine Entspannungs- oder eine Konzentrationsübung, „je nachdem, was vorher war – ob die Kinder schon einen anstrengenden Tag hatten oder gefordert werden wollen“. Nach dieser einführenden Übung geht die Sozialpädagogin zu einer Begrüßungsrunde über. Um die aktuelle Stimmungslage festzustellen gibt sie den Kindern Kärtchen mit „Smileys“, die sie hochhalten können. Ob sie etwas hinzufügen möchten, wenn sie etwa einen lachenden oder einen eher traurigen Smiley hochhalten, steht den SchülerInnen frei. „Nach der Runde kann ich einschätzen, welches Spiel ich mit den Kindern machen möchte“, erklärt Visser den Sinn dieses Kurselements. Darüber hinaus ist es von großer Bedeutung, dass die Kinder lernen, sich mitzuteilen und ihre Gefühle in Worte zu fassen. Es kam auch schon einmal vor, erzählt die HELP-Mitarbeiterin, dass ein Mädchen das Thema Angst ansprach und damit so viele Reaktionen bei ihren MitschülerInnen hervorrief, dass sich Visser dazu entschloss, ausführlicher auf das Thema einzugehen und die Unterhaltung nicht abzubrechen. So bietet jede Kurseinheit wieder neue Überraschungen, „langweilig ist mir auf jeden Fall noch nie geworden!“.

Gruppendynamische Spiele

Der Begrüßungsrunde folgt ein gruppendynamisches Spiel. In einer Klasse, in der es Konflikte zwischen den Mädchen und Jungen gab, ließ sie etwa diese einander durch den Raum führen – wobei jeweils einer von beiden eine Augenbinde trug. Beim „Eisschollenspiel“ sollen die TeilnehmerInnen es schaffen, einen Teppich, auf dem sie gemeinsam sitzen, von der einen Seite des Raums zur anderen zu bewegen. Die Spiele sind so gewählt, dass es keine Gewinner und Verlierer gibt, sondern immer der ganzen Gruppe eine Aufgabe gestellt wird. Dass die Lehrkraft bei diesen Spielen – wie überhaupt beim gesamten Kurs – dabei ist, ist Friederike Visser äußerst wichtig. So kann die Lehrerin oder der Lehrer die Klasse einmal aus einer ganz anderen Perspektive wahrnehmen und es können Konflikte, die die Lehrkraft eventuell mit einem oder mehreren Schülern hat, bearbeitet werden.

Auszeitkarte ziehen ist möglich

Wenn dem ein- oder anderen Schüler etwas zu viel wird und er oder sie sich nicht mehr wohl fühlt, gibt es die Möglichkeit, nach einer „Auszeitkarte“ zu fragen. „Nichts soll hier gegen den Willen der Kinder geschehen“, stellt Friederike Visser klar. Die Karte soll nicht als Strafe, sondern als Möglichkeit gesehen werden, sich für einen Moment zurückzuziehen und das Geschehen einmal von außen zu betrachten.

Zum Ende einer Kurseinheit haben alle SchülerInnen die Möglichkeit, ein Feedback zu geben und zu sagen, was ihnen gut und weniger gut gefallen hat. Falls ein Spiel nicht abgeschlossen werden konnte, wird es beim nächsten Mal wiederholt, um zu einem Ergebnis zu kommen. Und wenn den SchülerInnen ein Spiel zu einfach ist – auch das ist schon vorgekommen – baut Friederike Visser ein zusätzliches Element ein, was es schwieriger macht. „Kinder wollen gefordert werden“, ist die HELP-Mitarbeiterin überzeugt.

Dass ein Bedarf für ihren Kurs vorhanden ist, hat sie schnell festgestellt. Alle bisherigen Klassen möchten einen Nachfolgekurs, eine Klasse wird sogar die Zeit verdoppeln. „Im geschützten Raum des Kurses können die Schüler Gefühle zeigen und Probleme ansprechen - das nehmen viele sehr gerne an“, so die Sozialpädagogin.

 

Ansprechperson: Friederike Visser, 0511/ 262 779 32, visser@help-deutschland.de

 

Initiates file downloadHier finden Sie einen Überblick über die Teilnehmerzahlen am Projekt Starke Kinder!

 

Den Kurs Starke Kinder! bietet HELP bisher an folgenden Schulen an:

Grundschule Saturnring in Garbsen

Gebrüder-Körting-Schule in Hannover