Lebenskompetenzen entwickeln

„Lebensplan – mein Körper, meine Verantwortung, meine Zukunft“ heißt ein Projekt der Stiftung EINE CHANCE FÜR KINDER. Ziel des Projekts ist es, jugendliche Schülerinnen und Schüler in Förder- und Hauptschulen im Alter von 15 bis 17 Jahren durch Unterricht mit externen Fachkräften zu befähigen, Verantwortung für sich selbst und andere zu übernehmen.

Mehr als 1.500 Mädchen unter 18 Jahren werden jedes Jahr in Deutschland schwanger, etwa 900 dieser Teenager tragen die Schwangerschaft aus und bekommen ein Kind. Bei diesen „Teenagermüttern“ tritt das Problem der Kindesvernachlässigung 5-mal häufiger auf als bei etwas älteren und damit reiferen Müttern. Es handelt sich dabei meist um Mädchen aus Familien mit schwierigen sozialen oder psychosozialen Lebensverhältnissen. Eine schlechte Schulausbildung, Chancenlosigkeit auf dem Arbeitsmarkt, Unreife und Unwissenheit tragen dazu bei, dass eine frühe Schwangerschaft gewünscht und als Lebensperspektive in Betracht gezogen wird; als Grundlage für eine „heile Familie“, die man selbst entbehren musste.

Männliche Jugendliche zwischen dem 13. und 17. Lebensjahr – speziell aus sozial schwächeren Schichten – haben noch größere Probleme als weibliche Jugendliche bei der sozialen Integration und dem Bewusstwerden des eigenen Körpers und der eigenen Emotionen. Da in der Regel Vorbereitungen durch das eigene Elternhaus fehlen, haben diese männlichen Jugendlichen ausgeprägte Schwierigkeiten nicht nur bei dem Umgang mit anderen Menschen im Allgemeinen, sondern vor allem mit Mädchen. Sie haben darüber hinaus Probleme bei der Berufsfindung und der erforderlichen Einordnung in berufliche Laufbahnen.

Mit dem Projekt „Lebensplan – mein Körper, meine Verantwortung, meine Zukunft“ möchte EINE CHANCE FÜR KINDER in der Sexualaufklärung neue Wege wagen: Sie soll sich nicht nur auf die Klärung „biologischer“ Fragen beschränken, sondern gibt praxisnahe Informationen über Hilfen und nimmt die Stärkung der emotionalen Stabilität und der Kommunikationsfähigkeit von Mädchen und Jungen in den Blick. Themen in den Unterrichtseinheiten sind neben der Sexualkunde und Schwangerschaftsverhütung deswegen auch Sozialkompetenz, Zukunft planen, Zurechtkommen mit sich selbst und anderen sowie Verantwortung fühlen und tragen.

Seit 2008 ließ die Stiftung EINE CHANCE FÜR KINDER das Projekt „Lebensplan – mein Köper, meine Verantwortung, meine Zukunft“ an insgesamt 13 Förderschulen stattfinden. Familienhebammen,  Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen führten es für Mädchen und Jungen getrennt in Schulungseinheiten von insgesamt 20 Stunden pro Gruppe und Schuljahr durch. Der Verein HELP ermöglicht diesen Unterricht seit 2009 in drei Förderschulen in der Stadt Hannover. Insgesamt wurden in diesen Schulen 200 Schülerinnen und Schüler erfolgreich durch die Unterstützung von HELP in dieser Thematik unterrichtet.

www.eine-chance-fuer-kinder.de

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