Hier haben Kinder das Sagen!

Die Idee zum Kinderwald entstand bereits 1996 nach einer FerienCard-Aktion. Der Hannoversche Kinderlieder­macher Unmada Manfred Kindel wollte
einen eigenen Wald für Kinder und Jugendliche schaffen, der von ihnen gestaltet, bepflanzt, bespielt und ander­weitig genutzt werden kann. Es sollte ein Kinderbeteiligungsprojekt werden, bei dem die Kinder lernen, ihre Bedürfnisse zu artikulieren und Ideen zu entwickeln.

Nach intensiver Vorbereitung und längerer Suche nach einem geeigneten Gelände wurde im Frühjahr 2000 eine sieben Hektar große Brachfläche im Nordwesten Hannovers, die durch den Aushub des Mittellandkanals entstanden war, zum Kinderwald Hannover gemacht. Schon bei der Planung und Modellierung hielten vor allem die Kinder und Jugendlichen die Fäden in der Hand: Gemeinsam erarbeiteten alle Beteiligten ein Geländekonzept, indem sie ihre Wünsche und Vorstellungen aufeinander abstimmten.

In Zukunftswerkstätten wurden Ideen entwickelt, Modelle gebaut und reale Bauprojekte umgesetzt. So entstand zum Beispiel ein Amphitheater, wo Konzerte und Vorführungen stattfinden. Seither ist im Kinderwald viel mehr gewachsen als Bäume, Sträucher und schöne Blumen: Es entstanden enge Freundschaften und jede Menge Projektideen – und es wurden große Pläne verwirklicht. Aus der einstigen Brach­fläche ist dank des Engagements vieler kleiner und großer HelferInnen dieser wundervolle Kinderwald entstanden.

Der Kinderwald bedeutet Natur und biologische Vielfalt. Biologen begeistert die Artenvielfalt von Gräsern und Pflanzen, die über die verschiedenen Erden vom Mittellandkanalausbau auf das Kinderwaldgelände gelangt sind. Viele Tiere haben sich auf der ehemaligen Erddeponie angesiedelt. Seltene Pilzarten sind zu finden.

Im Rahmen der Geländewerkstätten lernen die Kinder etwas über das Leben von Pflanzen und Tieren im Jahresverlauf. Pflanzen und Bäume werden gepflegt und neu gepflanzt, Nistmöglichkeiten für Insekten sowie Winterquartiere für Igel, Mäuse, Käfer und Co. gebaut und auch mal Landgewinnungsmaßnahmen durch Staudammbau und Hangbebauung durchgeführt. Zudem wird jedes Jahr der neue Baum in der Allee der Bäume des Jahres gepflanzt. Durch die Pflege und das Pflanzen lernen Kinder viel über geeignete Standorte und Maßnahmen zur Erhaltung der Artenvielfalt.

Ziel des Kinderwalds:
Die Arbeit im Kinderwald zeichnet sich durch zwei Schwerpunkte aus. Zum einen werden Kinder an die Natur herangeführt, um der Naturentfremdung entgegen zu wirken. Sie sollen Natur als etwas Wertvolles und Schützenswertes erfahren. Zum anderen sollen Kinder befähigt werden, ihre Ideen und Wünsche auszudrücken. Dies bezieht sich in erster Linie auf die Gestaltung des Kinderwald-Geländes, darüber hinaus aber auch auf die Gestaltung ihrer Lebensumwelt. Bei diesem Prozess spielt die Entwicklung der eigenen Identität und das Erlernen von sozialer Kompetenz eine große Rolle. Insofern übernehmen die Kinder Verantwortung für die Umwelt, für andere und für sich selbst.

HELP wird den Kinderwald ab 2020 unterstützen.

www.kinderwald.de

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